Grüße von Günter Hussmann aus Oregon (USA)

 

14 Juli 2004

 

Der gute alte "VSWS" Wimpel.

Das war ein riesige Überraschung für mich. Nicht nur hatte ich, nach ca. 60jähriger Trennung, einige meiner früheren Wassersportkameraden in der alten Heimat an der Lippe wiedergefunden, sondern die Wagner Familie beehrte mich auch noch mit dem Geschenk eines alten "VSWS" Wimpels. Um es genau zu sagen, des "VSWS" Wimpels, der sich im Nachlaß von Willi Wagner, dem Mitbegründer und langjährigen Vorsteher des Vereins befand. Es war für mich eine ergreifende Angelegenheit, die nicht einfach beiseite gelegt werden sollte. Dieser Wimpel, der Willi Wagner, seine liebe Frau Emma und seinen kleinen Sohn Willusch, ich glaube so nannten wir ihn damals, auf so vielen Fahrten begleitet hatte, sollte noch einmal stolz an einem Kajak flattern.

Da einer meiner Söhne aktiver Kajakfahrer ist nahm ich gleich die Vorbereitungen in Angriff, um diesen Wunsch zu verwirklichen. Als erstes mußte ein Wimpelstange hergerichtet werden, was keine große Schwierigkeit war. Natürlich sollte dann zur gegebenen Zeit diese Wimpelstange ans Kajak angebracht werden. Und da ergab sich dann eine kleine Schwierigkeit. Ich mußte feststellen, daß man kaum noch Wimpel an Paddelbooten zeigt. Auf keinem der neuzeitigen Bilder sehe ich Kajaks mit einem Wimpel. Nicht nur das, die Boote haben nicht einmal mehr eine Vorrichtung um einen Wimpel zu setzen. Also als Nächstes hatte ich eine einfache Vorrichtung zu fabrizieren, um die Wimpelstange am Bug des Bootes zu befestiegen. Wenn nicht anders möglich, dann eben mit Klebestreifen.

Bei der Betrachtung des Wimpels ergab sich dann eine weitere, "mögliche" Schwierigkeit, die sich über die Zeitspanne von über einem halben Jahrhundert ergeben hat. Die Mitte des Winpels trägt das uralte Germanische Runenzeichen der Wolfsangel. Es war von je her ein Zeichen, das vor Unheil schützen sollte. Ich habe keine Ahnung wie dieses Zeichen in den Wimpel kam, ganz gewiß war der "VSWS" keine politische Vereinigung. Wir waren Sportskameraden und hegten unsere wassersportlichen Interessen, politische Interessen kamen niemals zur Sprache. Wahrscheinlich hatte man die Wolfsangel als Symbol gewählt, um unsere sportlichen Tätigkeiten vor Unheil zu schützen.

Leider wurde dieses Runenzeichen dann zu Ende des Krieges von politisch-militärischen Einheiten adoptiert und verlor dadurch seinen ursprüglichen Sinn. Nicht genug damit, Neo-Nazistische Organisationen übernahmen in der Neuzeit dieses Symbol zum weiteren Nachteil. Obwohl mehrere deutsche Städte, wie z. B. die Stadt Mannheim, dieses Zymbol von jeher in ihrem Stadtwappen zeigen, wurde in Deutschland ein Gesetz erlassen, daß das zeigen der Wolfsangel im Zusammenhang mit politischen Interessen verboten ist und strafbar macht. Folgedessen könnte das zeigen meines "VSWS" Wimpels mißverstanden werden, auch in Amerika. Dieser möglichen Schwierigkeit wollte ich auf jeden Fall aus dem Wege gehen. In anderen Worten, ich hielt es für angebracht das Runenzeichen in der Mitte des Wimpels durch ein anderes treffendes Zeichen ersetzen.

Was wäre näherliegend als ein Symbol der Stadt Buer einzufügen, zumal der Vereinsname ja "VSWS Buer e. V." war. Mit meines Computers Hilfe fand ich das alte Stadtwappen der Stadt Buer in Westfalen, abgekürzt "Buer i. Westf". Dieses Stadtwappen zeigt als Symbol eine Linde, was nicht zutreffender sein könnte, denn unser Vereinslokal war damals ja das "Gasthaus zur Linde" an der Ecke Linden-Straße und Wandelsweg in Buer und vor dem Gasthaus stand tatsächlich eine richtige, uralte Linde. Erich Dröge war der Gastwirt, der leider nicht aus dem Kriege zurückkehrte.

Zweimal druckte ich dieses Stadtwappen ab in der Größe, daß es in das vorgesehene Feld im Wimpel paßte. Dann überklebte ich das alte Symbol auf beiden Seiten des Wimpels mit dem Stadtwappen von Buer und überklebte es nocheinmal mit durchsichtigem wasserfesten Klebestreifen. Und so sieht der Wimpel jetzt aus, fertig um wieder auf dem Wasser zu wehen. Siehe Attachment.
Mit vielen Grüßem und einem kräftigen Ahoi Euch allen, verbleibe ich einstweilen,

Günter Hussman (Grumpel), hussmann@open.org

 

 

 

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